Zellmer wird 60: Die eierlegende Wollmilchsau

 

Manche verfluchen jenen Terminus, der schon immer auf Gerhard E. Zellmer zutreffend anzuwenden war: Authentizität – denn Zellmer ist genauso wie er ist. Echt.

Auch heute können sich Gesprächs- und Vertragspartner auf dessen Wort verlassen. Das macht ihn aus, doch manche kommen mit dieser Gradlinigkeit nicht zurecht – was ihn aber locker bleiben lässt. „Das Wichtige in unserem Verein war, ist und bleibt, die Geschichte wahrheitsgemäß zu erhalten, und genau das ist es auch, was unsere Partner stets geschätzt haben. Ob einfache Zuhörer, einstige Offiziere oder Politiker. Wir sind und bleiben die Ansprechpartner für die Historie der GSU“, so Zellmer.

 

Erfolgreicher GSU-Vereinschef seit 2010: Gerhard E. Zellmer

 

Und er hat viele Gespräche geführt und viele Hände geschüttelt, seit er im April 2010 erstmals zum Vorsitzenden der GSU-Kameradschaft gewählt wurde.

Ob ehemalige Verbindungsbeamte und andere ranghohe Offiziere, Zeitzeugen der GSU oder deren Nachfahren. Sie alle kennen ihn. Auch die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, dessen Vorgänger Eberhard Diepgen, Walter Momper und Klaus Wowereit, die Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz, Dr. Christian Hanke, Reinhard Naumann und natürlich Helmut Kleebank, die Altbürgermeister Wolfgang Naujokat und Sigurd Hauff, Bezirksverordnetenvorsteher und Bezirksverordnete, die Ex-Staatssekretäre Detlef Stronk und Volker Liepelt und vor allem Ex-Stadtkommandant Sir Robert Corbett sowie die britischen Botschafter Sir Sebastian Wood und Sir Simon McDonald sowie sämtliche Attachés. Sie alle trafen ihn und erfuhren von der Geschichte der ehemaligen GSU. Doch seine heimlichen Favoriten waren die zahlreichen Vertreter befreundeter Alliiertenvereine. "Sie alle haben so viel geleistet", fügt er hinzu.

Einen besseren Erklärer kann sich der GSU-Verein nicht wünschen, dabei war doch irgendwie der Weg des Gerhard E. Zellmer etwas vorgeprägt: Mit sechs Geschwistern in Spandau aufgewachsen, erlernte er den Beruf des Elektroinstallateurs. Und vielleicht mag es ein Zufall sein, vielleicht auch etwas Bestimmung, denn Zellmer war ab Ende der 1970er Jahre sehr oft beruflich in jener britischen Kaserne eingesetzt, die später sein Leben prägen sollte. „In vielen Gebäuden von Smuts Barracks, die ich später als GSU-Mann kennenlernte, installierte ich mit Kollegen die gesamte Elektrik“, erinnert er sich.

1981 zog es den Sohn eines ehemaligen Zivilbeschäftigten der US-Streitkräfte selbst zur damaligen German Service Unit, in der später auch zwei weitere Verwandte dienten. Schnell machte er seinen Weg zum Gruppenführer und später zum Foreman – als Ausbilder und zum Diensthabenden vom Wachdienst.

Ende der 1980er Jahre erklomm er den höchsten Unteroffiziersrang, den des Senior Foremen, und folgte als neuer „Company Sergeant Major“ in eine Reihe noch heute bekannter GSU-Männer: Werner Nowka (†67), Karl-Heinz Sander (†78) und Jürgen Gensrich (†48). Doch Zellmer wurde schließlich durch die Geschichte eingeholt und schied im September 1994, mit Auflösung der Einheit, aus dem Dienst der GSU aus. Doch für einige Monate erhielt er noch einen Zuschlag: Die Militärregierung ernannte ihn zum Superintendent und Leiter der BRIO Security, die bis Ende desselben Jahres, die Liegenschaften objektschutzbezogen abwickelte.

Die Zeit nach der GSU

Der Sicherheitsbranche blieb er treu, baute die S-Bahn-Sicherheit in Berlin mit auf und unterrichtet inzwischen seit vielen Jahren an einer Sicherheitsakademie.

Als er 2010 Chef des neuen GSU-Vereins wurde, war ihm sicherlich nicht bewusst, wie sehr er sich anpassen musste, ohne sich zu verbiegen. „Im Grunde genommen, macht der Job wirklich Freude, denn unsere Geschichte ist keine unbedeutende“, sagt Zellmer. Enttäuschungen gab es einige, wobei sie alle inzwischen verdaut und unwichtig geworden sind. Sogar das selbstherrliche Bedienen aus der Vereinskasse und der unlautere Wechsel an die Spitze eines anderen Vereins durch eines seiner Mitglieder, ist inzwischen kein Gesprächsstoff mehr. Letztlich hat die Kameradschaft bewusst und konsequent funktioniert und den Mann hochkant aus dem Verein geworfen.

„Unser Team hat wirklich sehr viel erreicht“, sagt ein Vereinsmitglied und erinnert auch daran, wieviel Einsatz des Gerhard E. Zellmer erforderlich war. Sicherlich: Es gab herbe Rückschläge. Zahlreiche Rücktritte aus den unterschiedlichsten Gründen und die Konsequenz für Zellmer, sich selbst immer etwas verbiegen zu müssen – um Neue in ihren Ämtern zu stützen.

Das Wort der „eierlegenden Wollmilchsau“ machte die Runde – sicherlich nur anerkennend gemeint, denn diese grast heute noch erfolgreich, ohne das Legen der Eier zu vergessen.

Morgen feiert die eierlegende Wollmilchsau Geburtstag. Keinen unwichtigen, denn das Rentenalter naht für den Vorsitzenden der GSU-Kameradschaft, und inzwischen ist auch bekannt, dass er das Amt des Vereinschefs nicht mehr ewig machen wird. Ein neues Projekt ruft, ein internationales, das selbstverständlich mit der GSU zu tun hat.

Gerhard E. Zellmer wird 60 Jahre und feiert zunächst im engen Kreis mit 50 Gästen. Am Montag wird er mit seinen Kameradinnen und Kameraden weiter feiern. Es ist Stammtisch-Zeit und ein neuer Einsatztag für den GSU-Mann. Authentisch eben. (red1)

 

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