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Abzeichen und Symbole 1968 bis 1982

 

 

Diese Seite gibt einen Überblick über die Organisation, deren Außendarstellung, Ränge, Rangabzeichen sowie die Applikationen an den Uniformen und die Dienstauszeichnungen der German Service Unit (Berlin) für den Zeitraum von 1968 bis 1982.

Die Zuordnung von Rängen und Abzeichen weichen zum Teil erheblich von den getragenen Insignien der Vor- und Folgezeiten ab.

 

 

Nicht nur die Applikationen und Dienstbezeichnungen hoben sich zum Ende der 1960er Jahre deutlich von den Vorzeiten ab; auch die innere und äußere organisations-strukturelle Ausrichtung war eine komplett andere.

Der einst mit doppelter Kompaniestärke und 350 Mann aufgestellte Watchmen´s Service hatte seinen Weg von der einfachen Wachmannschaft zu einer neuen Organisationsstruktur erfolgreich gemeistert. 1968 war es dann soweit: Die in German Service Unit (Berlin) umbenannte Truppe erhielt den offiziellen Status einer Wachpolizei mit erweiterten Kompetenzen und einer besseren Bezahlung.

Der Umbau zu einer Security Guard Unit hatte auch zur Folge, dass sich die Titel und Rangabzeichen der Mannschafts- und Unteroffiziersränge änderten, und auch nahezu alle anderen sichtbaren Insignien wandelten sich.

Die neu strukturierte GSU löste sich vom bisherigen Zug-System und baute somit eine der größten Kompanien der Britischen Streitkräfte in Deutschland auf, die nunmehr aus einer Stabsabteilung und fünf Sektionen bestand. Dies hatte vor allem eine Stärkung der Mannschafts- und Unteroffiziersränge zur Folge, denn die neuen Sektionen wurden jeweils durch einen Foreman und die ab den 1970er Jahren gebildeten Hauptwachen mit den ihnen unterstellten Nebenwachen durch einen Chargehand als Gruppenführer geleitet. Eigens für das neue Konzept, wurden weitere Ränge geschaffen und die einzelnen Positionen gestärkt.

Offiziere, deren Planstellen massiv gestrichen wurden, sollten sich grundsätzlich in der Stabsarbeit wiederfinden.

Ein Wandel gab es auch im Bezug auf das Hundewesen. Zwar stellten die Vierbeiner vor allem in der Außenwirkung und auch im dienstlichen Geschehen einen wesentlichen Schwerpunkt der Einheit dar, doch letztlich hatte die bisherige Personalstrategie, wonach ein Guard nur Karriere machen konnte, wenn er Hundeführer wird, letztlich sein berechtigtes Ende gefunden. Im Gegenteil: Nunmehr konnte ein Hundeführer grundsätzlich nur ein Beförderungsposten erklimmen.

Obgleich sich die Rangabzeichen vom Erscheinungsbild der bisherigen nicht unterschieden, so bewegte sich doch vieles im Bereich der Effekte. 1978 wurden neue Dienstauszeichnungen in fünf Stufen eingeführt und erstmals durften Offiziere ihre Applikationen auch in silberner Farbgebung tragen - allerdings nur selbst beschaffte.

Es tat sich viel in dieser neuen Zeitphase, die u. a. auch eine auf den Einheitsfarben basierende Kompaniefahne hervorrief. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und bitten zu beachten, dass die nachfolgenden Aufstellungen ausschließlich den Bezug zum Zeitraum 1968 bis 1982 wiedergeben!

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Organisation und Außendarstellung:

 

         

Organisationsstruktur

 

Einheitsname

German Service Unit (Berlin), Kurzform: GSU Berlin oder GSU

Organisationsstruktur

Aufstellung als Independent Unit mit

1 Kompanie mit 1 Stabsabteilung und 5 Sektionen mit einer Gesamt-Stärke von durchschnittlich ca. 230 Mitarbeitern

Einheitsführer

Staff Superintendent Wolfgang Schiller

Chief Superintendent Heinz Radtke (Ständiger Vertreter)

 

           

Kompaniefahne

Die Kompanie- oder Einheitsfahne wurde mit der Umbenennung der German Service Unit (Berlin) erstmals als Symbol nach außen geführt. Sie basierte auf den 1950 verliehenen Einheitsfarben Weiß und Grün.

Eine Einzigartigkeit war die Fahne alleine deswegen, weil das "Pfauenauge", das Berliner Brigadeabzeichen ausschließlich bei der GSU einen intergrierten Bären aufwies.

Die Kompaniefahne wurde zunächst nur tagsüber und später ständig vor dem Kompanieblock 34 gehisst.

 

"Animus et Vigilantia"

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"Mut und Wachsamkeit"

         

Wahlspruch

Die Verleihung eines Wahlspruchs oder Mottos gehört zu den ältesten Traditionen im Militär. So erhielt bereits der Watchmen´s Service der GSO Berlin 1950 bei dessen Aufstellung ein solches Motto verliehen, um seine neuen Aufgaben künftig mit "Mut und Wachsamkeit" zu versehen.

Einen nach außen erkennbaren Bezug zwischen Einheit und Motto gab es jedoch während der gesamten Aufstellungszeit nicht. So gab es auch nach der Einführung einer Kompanierfahne keine Exemplar, das mit dem Wahlspruch geziert war.

Bis heute ist zudem nicht bekannt, welcher britische Vertreter letztlich die Verleihung vorgenommen hat.

 

 

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Applikationen, Ränge und Aufgabenübertragungen:

 

Mützen- und Ärmelabzeichen:

 

         

Mützenabzeichen (bis 1978)

Bei dem Mützenabzeichen der German Service Unit (Berlin) handelte es sich in der bis 1978 getragenen Form um ein ovales Stoffemblem in schwarzer Farbgebung mit dem in rot gehaltenen Berliner Bären als Wappentier sowie den Schriftzügen "GSU" und "Berlin". Es war somit dem bisherigen Abzeichen der vormaligen GSO nachempfunden.

Die Gestaltung des Bären glich dem einst geführten Wappentier Berlins. Auffällig am Emblem war erneut, dass der Bezug zur Stadt hergestellt war und zudem das Kürzel "GSU", anders als bei den übrigen Effekten, ohne die üblichen Trennpunkte geführt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es eine Regelung, wonach die Uniform-Effekte der Berliner GSU-Angehörigen einen Bezug zur Stadt aufweisen mussten.

Mit der Einführung des Baretts bei der GSU, wurde das Abzeichen durch ein neues abgelöst.

           

Barettabzeichen (ab 1978)

Bei dem ab 1978 getragenen Barettabzeichen der German Service Unit (Berlin) handelte es sich um eine angepasste Form der bisherigen Applikation, die lediglich einen etwas stärkeren Rotton sowie eine zusätzliche rote Umrandung aufwies.

Die Änderung wurde lediglich wegen der Einführung des neuen Baretts vorgenommen. Mit der angepassten Form stach das Abzeichen mit seinen roten Merkmalen auf den schwarzen Baretten deutlicher hevor.

 

         

Ärmelabzeichen

Das von allen Dienstgraden getragene Ärmelabzeichen der German Service Unit (Berlin) gestaltete sich in dem klassischen Halbbogen in schwarzer Farbgebung mit dem roten Schriftzug "G. S. U." sowie dem darunter geführten Berliner Brigadeabzeichen ("Pfauenauge").

Angehörige der Mannschafts- und Unteroffiziersränge führten unter dem "Pfauenauge" ihren Dienstgrad.

Mit der Einführung der Applikation hoben sich die Berliner GSU-Angehörigen auch deutlich von den Emblemen der westdeutschen GSO-Einheiten ab.

 

           

Taktisches Zeichen

Das Taktische Zeichen wurde durch die German Service Unit (Berlin) im Rahmen konzeptioneller und taktischer Planungen und Umsetzungen nach innen und außen geführt.

Am auffälligsten war das Führen des Zeichens an Dienstfahrzeugen bis Anfang der 1980er Jahre.

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Mannschafts- und Unteroffiziersränge:

 

ohne Abzeichen

         

Recruit

Bei dem Recruit, also dem Rekruten, handelte es sich um einen neu eingestellten und in der Grundausbildung befindlichen Angehörigen der Einheit. 

Es war zudem die einzige unangetastete Stelle der Mannschaftsränge, die im gesamten Aufstellungszeitraum organisatorisch, also auch in Bezeichnung, Zuordnung und Ausrichtung, unverändert blieb.

In der Zeitphase 1968-1982 betrug die Ausbildungszeit für Recruits etwa vier bis sechs Wochen.

Rekruten bei der Ausbildung (Ende 1970er Jahre)

Inhaltlich war die Ausbildung ab 1968 durch die Erhebung zu einer Wachpolizei verstärkt auch mit polizeilichen Lehrinhalten bestückt, was zu einer qualitativen Steigerung führte.

Wahrgenommen hatte man den Rekruten, dessen Wortherkunft sich aus dem Französischen (Recrue = Nachwuchs) ergibt, bei der GSU kaum. Von den Stammkräften bemerkt wurden sie lediglich beim Antreffen im Kasernenbereich oder bei den neu eingeführten Kurzpraktika im Außendienst. Auffällig waren die Rekruten vor allem dadurch, dass diese meist einen Drillich trugen.

Recruits, deren offizielle Abkürzung "Rec" lautete, führten zudem keine Rangabzeichen.

 

         

Watchman

Bei dem Watchman handelte es sich um das Einstiegsamt nach Beendigung der Ausbildung.

Als Watchman erhielt ein GSU-Angehöriger auch erstmals ein eigenes Rangabzeichen, das jedoch nur selten getragen wurde, da sich die Stellenzuweisung lediglich auf eine kurze Probezeit bezog und zumeist mit Abschluss der noch ausstehenden zweiten Sicherheitsüberprüfung beendet war.

Das Abzeichen des Watchman war mit dem des ehemaligen Tradesman 1 identisch.

 

         

Security Guard

Bei dem Security Guard, zumeist als "Sy Gd" abgekürzt, handelte es sich um den ersten Beförderungsdienstgrad der German Service Unit. Gleichzeitig handelte es sich aufgrund der Aufwertung der Einheit, um den einzigen Dienstposten der Mannschaftsdienstgrade. Er war im Vergleich zum britischen Militärkonstrukt einem Lance Corporal gleichgestellt.

Der Security Guard, dessen Bezeichnung aufgrund der identischen Dienststellung als unglücklich empfundenn wurde, war grundsätzlich als Posten eingesetzt. Erfahrene Security Guards wurden zudem auf kleineren Wachen auch als Postenführer verwendet. Im Bereich der Wachabteilung kamen sie auch als Kraftfahrer vom Dienst ("Duty Driver") oder für die Auslieferung der Verpflegung und bis Mitte der 1970er Jahre als Funker zum Einsatz.

Im Innen- oder Stabsdienst waren sie kaum anzutreffen.

Statistisch betrachtet waren die meisten Stellen der GSU Sy-Gd-Stellen.

Als Applikation führte der Security Guard ein Rangabzeichen mit zwei schmalen roten Streifen auf schwarzem Hintergrund, das ingsgesamt ein Maß von nur 3,5 x 1,0 cm (Breite x Höhe) aufwies.

 

         

Senior Security Guard

Der Senior Security Guard, üblicherweise als "Sen Sy Gd" oder als "S/Sy Gd" abgekürzt, war der erste Dienstposten im Bereich der Unteroffiziere. Er stand, im Vergleich zum britischen Militärkontsrukt, einem Corporal gleich. Es handelte sich somit um den ersten Posten der unteren Führungsebene.

Senior Security Guards wurden vornehmlich als Postenführer auf kleineren Wachen, bzw. als Posten eingesetzt. Erfahrene Stelleninhaber kamen zudem als Postenführer auf den in den 1970er Jahren gebildeten drei Hauptwachen zum Einsatz.

Im Innen- und Stabdsienst waren sie ebenfalls eingesetzt und wurden mit nachgeordneten Aufgaben betraut, wie z. B. als Mitarbeiter in der Schreibstube, in der Diensteinteilung oder im Bereich des Kennels.

Anders als in den Vorjahren des ehemaligen Wachtmen´s Service, war mit dem Erreich der Planstelle eines Senior Security Guards, für Diensthundeführer grundsätzlich der höchste Dienstgrad erreicht. Eine Beförderung war somit zwangsläufig mit der Abgabe des Hundes verbunden.

Das Rangabzeichen eines Senior Security Guards bestand aus drei schmalen roten Streifen auf schwarzem Hintergrund mit einem Gesamtmaß von 3,5 x 1,5 cm (Breite x Höhe).

 

 

         

Chargehand Security Guard

Der Chargehand Security Guard, meist nur kurz als "Chargehand" bezeichnet und üblicherweise als "Ch Sy Gd" oder "CH/Sy Gd" abgekürzt, war ein Unteroffiziersrang der German Service Unit (Berlin).

Die Bezeichnung leitete sich nicht, wie oft falsch verbreitet vom britischen Sergeant ab, sondern ist auf die Bezeichnung "In Charge" (In Verantwortung) zurückzuführen - wenngleich auch der Rang mit dem eines Sergeants vergleichbar war.

Mit der Neuordnung zu einer ordentlichen Wachpolizei, erhielt die Einheit nicht nur mehr höher dotierte Stellen, sondern ordnete ihren bisherigen Kompetenzbereich um. Im Rahmen dieser Umstellung wurden Ende der 1970er Jahre am Britischen Hauptquartier in Charlottenburg, in den Alexander Barracks und im neuen Summit House drei Hauptwachen gebildet, die nunmehr durch einen Chargehand als verantwortlichen Postenführer besetzt wurden. Diesem unterstanden erstmals weitere nachgeordneten Wachen, woraus sich für den Chargehand die Stellung eines Gruppenführers ergab.

Die Chargehands, von denen es je Sektion höchstens vier Stelleninhaber gab, bildeten mit dem Sektionsleiter die Führungscrew einer Sektion.

Auch im Innen- und Stabsdienst kamen sie zum Einsatz und nahmen Aufgaben im mittleren Kompetenzbereich war. So waren sie als Ausbilder, als Fahrlehrer, in der Diensteinteilung, als Kennelmaster oder als Leiter von Küche, Kleiderkammer oder Werkstatt anzutreffen.

In den 1970er Jahren gab eine kurze Zeitphase, in der der Rang in der Variante "Charge Hand" geführt wurde.

Das Rangabzeichen des Chargehands bestand aus einem breiten sowie einem schmalen roten Streifen auf schwarzem Hintergrund mit einem Gesamtmaß von 3,5 x 1,5 cm (Breite x Höhe).

 

           

Foreman Security Guard

Der Foreman Security Guard, kurz als Foreman bezeichnet und üblicherweise als "FMN" oder "FMN Sy Gd" abgekürzt, war ein Unteroffiziersrang der German Service Unit (Berlin) und zugleich der erste der mittleren Führungsebene.

Unteroffiziere dieses Ranges, die mit einem britischen Staff Sergeant vergleichbar waren, wurden hauptsächlich als Leiter der Sektionen eingesetzt und somit in ihrer Dienststellung einem Zugführer gleichgestellt. Gemeinsam mit den Gruppenführern ihrer Sektion bildete er die Führungscrew des Zuges.

Grundsätzlich war mit der Übertragung des Amtes als Sektionsleiter auch die Tätigkeit als Diensthabender vom Wachdienst (DvW) vebunden. Eine Aufgabe, die statusrechtlich mit dem Offizier vom Wachdienst (OvWa) der Bundeswehr zu vergleichen ist.

Somit hatte ein als Sektionsleiter eingesetzter Foreman eine wichtige Rolle innerhalb der Wachabteilung inne. Er war zum einen "Zugführer nach innen" und somit für die Belange seiner Nachgeordneten verantwortlich und zum anderen als DvW Aufsichtführender des Wachgeschehens nach außen.

Desweiteren nahm er außerhalb der Regeldienstzeiten, zum Beispiel während der Nachtschicht, die Stellung des Einheitsführers ein. Ein als Sektionsleiter eingesetzter Foreman unterstand unmittelbar dem Leiter der Wachabteilung.

Darin ist auch begründet, dass, anders als in den meisten militärischen Organisationen, bereits gegenüber eines Foreman, also vollkommen unabhängig dessen Verwendung, eine ständige Grußpflicht bestand.

Auch im Innen- und Stabsdienst wurde ein Foreman eingesetzt, so in der Aus- und Fortbildung oder anderen herausragenden Funktionen im Stabsbereich.

 

             

Senior Foreman Security Guard

Der Senior Foreman Security Guard, kurz als Senior Foreman bezeichnet und üblicherweise als "S/FMN" abgekürzt, war der höchste Unteroffiziersrang der German Service Unit (Berlin).

Unteroffiziere dieses Ranges waren ausschließlich im Stab mit herausragenden Aufgaben betraut. Im regulären Wachdienst war deren Einsatz, mit Ausnahme von Sonderverwendungen, nicht vorgsehen.

Grundsätzlich gab es bei der Einheit zeitgleich nur zwei Stelleninhaber, wobei der eine als "Company Sergeant Major", also als Spieß, bzw. Kompaniefeldwebel und der andere als Diensteinteiler eingesetzt wurden.

Gemäß den offiziellen Stellenzuweisungen war ausschließlich der Senior Foreman ein echter Zugführer, weil die Sektionen von der eigentlichen Definition eines militärischen Zuges abwichen.

Im Vergleich zum britischen Militärkonstrukt entsprach der Senior Foreman dem Rang eines Warrant Officers 1.

 

 

 Offiziersränge:

 

         

Assistant Superintendent

Bei dem Assistant Superintendent, üblicherweise als "Ass Supt" oder "A/Supt" abgekürzt, handelte es sich um den niedrigsten Offiziersrang der German Service Unit (Berlin). Im Vergleich zum regulär-militärischen Rangsystem entsprach er einem Leutnant.

Ein Assistant Superintendent war ab 1968 nicht mehr als Spieß, sondern grundsätzlich als Quartiermeister eingesetzt und somit mit herausragenden Aufgaben betraut. Darin ist auch begründet, dass es eine solche Planstelle ab den 1970er Jahren zeitgleich nur ein einziges Mal gab.

Der Rang wurde jedoch regelmäßig durch aufsteigende Unteroffiziere übersprungen, da die mit einem Assitant Superintendent besetzte Position, grundsätzlich dem Verwaltungsbereich, statt des Vollzugsbereichs zugeordnet war.

Offiziere waren im wesentlichen durch das Tragen der Dienstgrade erkennbar, die sie auf den Schulterbereichen der Oberbekleidung führten. Darüberhinaus stand ihnen die Möglichkeit offen, durch die Kleiderkammer Uniformmützen mit silberfarbener Litze zu empfangen. Das Tragen solcher Mützen war jedoch freiwillig und endete spätestens mit der Einführung der Barette 1978.

Das Ragabzeichen des Assistant Superintendent bestand aus einem breiten Balken auf schwarzen Hintergrund mit einem Maß von 1,0 x 3,5 cm (Breite x Höhe). Durch die breitere Form ihrer Applikationen, hoben sich die Offiziere auch optisch von den Abzeichen der Mannschafts- und Unteroffiziersränge ab.

Ab 1978 war es den Offizieren zudem erlaubt, privat beschaffte Rangabzeichen in silberfarbener Gestaltung zu tragen.

Wie in den meisten Militärorganisationen, wurden auch bei der GSO Berlin die Rangabzeichen der Offiziere senkrecht dargestellt.

Der rote Balken war während der gesamten Aufstellungszeit der Einheit das Rangabzeichen des Assistant Superintendent.

 

         

Superintendent

Bei dem Superintendent, üblicherweise als "Supt" oder "SUPT" abgekürzt, handelte es sich um den ersten Beförderungsdienstposten der Offizierslaufbahn der German Service Unit (Berlin). Im Vergleich zum regulär-militärischen Rangsystem entsprach er einem Oberleutnant.

Ein Superintendent war ein Offizier in einer Stabsabteilung und mit herausragenden Aufgaben betraut.

Zeitgleich wurden höchstens drei Planstellen besetzt, was im Umkehrschluss bedeutete, dass es sich um den häufigsten Offiziersdienstgrad bei der GSU (Berlin) handelte.

Ein Stelleninhaber nahm die Position eines Superintendent für den Zuständigkeitsbereich der Wachabteilung, zwei weitere im Innendienst der Stabsabteilung ein.

Zu den weiteren Aufgaben eines Superintendents gehörte auch das Führen von Alarmzügen ("Alert Platoon"), die im Alarmierungsfall zusammengestellt wurden.

Das Rangabzeichen des Superintendent bestand aus zwei breiten Balken auf schwarzen Hintergrund mit einem Gesamtmaß von 2,3 x 3,5 cm (Breite x Höhe).

Die beiden roten Balken waren während der gesamten Aufstellungszeit der Einheit das Rangabzeichen des Superintendent.

 

         

Chief Superintendent

Bei dem Chief Superintendent, üblicherweise als "Chief Supt" oder "C/SUPT" abgekürzt, handelte es sich um den zweithöchsten Offiziersrang der German Service Unit (Berlin) und zugleich um die erste Stufe der "Senior Ranks".

Im Vergleich zum regulär-militärischen Rangsystem entsprach er einem Hauptmann.

1969 zum Chief Superintendent befördert: Heinz Radtke

Ein Chief Superintendent, von dem es zeitgleich nur einen einzigen Stelleninhaber gab, war grundsätzlich mit der Führung der Wachabteilung und der Leitung des Hundewesens betraut. Zugleich nahm er die Position als Ständiger Vertreter des Einheitsführers ein.

Somit wurde das bewährte Zwei-Säulen-Modell, wonach die Führung der Einheit und des administrativen Bereichs dem Einheitsführer und die des Vollzugsbereichs dessen Ständigen Vertreteroblag, fortgeführt.

Das Rangabzeichen des Superintendent bestand aus drei breiten Balken auf schwarzen Hintergrund mit einem Gesamtmaß von 3,3 x 3,5 cm (Breite x Höhe).

Die drei roten Balken blieben während der gesamten Aufstellungszeit der Einheit das Rangabzeichen des Chief Superintendent.

 

 

         

Staff Superintendent

Bei dem Staff Superintendent, üblicherweise als "Staff Supt" oder "S/SUPT" abgekürzt, handelte es sich um den höchsten Offiziersrang der German Service Unit (Berlin). Zugleich nahm der einzige Amtsinhaber die Stellung des Einheitsführers und als solcher auch die des "Officers Commanding" (OC) wahr.

Wegen der steten Anbindung an ein reguläres Regiment wurde der Einheitsführer fälschlicherweise auch oft als Kommandeur bezeichnet, was aber tatsächlich unzutreffend war, weil diese Stellung der jeweilige Befehlshaber des betreffenden Regiments innehatte.

Ab 1969 Staff Superintendent: Wolfgang Schiller

Im Vergleich zum regulär-militärischen Rangsystem entsprach der Dienstgrad des Staff Superintendent dem eines Majors, womit dieser auch der einzige Rang der GSU (Berlin) im Bereich der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere war.

Er war als Einheitsführer auch Leiter der Verwaltungsebene und somit zuständig für Einstellungs- und Entlassungsangelegenheiten sowie die Belange tarifrechtlicher Fragen. Vor allem vertrat er die Einheit nach außen, insbesondere gegenüber britischer Militärbehörden, deutschen Dienststellen oder der Presse. Hieraus ergibt sich auch, dass der Einheitsführer im Laufe der Zeit formal als Dienststellenleiter bezeichnet wurde.

Einsatzleitungen wurden durch den Einheitsführer nur bei besonderen Lagen, insbesondere bei Manöverübungen oder herausragenden Anlässen übernommen.

Ihm standen ein Einzelbüro mit Vorzimmer sowie ein Dienstwagen mit Fahrer zur Verfügung.

Das Rangabzeichen des Staff Superintendent bestand aus einem roten Andreaskreuz auf schwarzem Hintergrund mit einem Gesamtmaß von 3,0 x 3,0 cm (Breite x Höhe). Ob sich mit der Einführung des Andreaskreuzes ein Zusammenhang mit den ähnelnden Symbolen in der britischen Nationalflagge ergab, ist zurzeit nicht bekannt.

Das rote Andreaskreuz blieb während der gesamten Aufstellungszeit der Einheit das Rangabzeichen des Staff Superintendent.

 

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Dienstauszeichnungen (ab 1978):

 

           

Merit Badge

Das Merit Badge war eine Dienstauszeichnung der German Service Unit (Berlin) und zugleich ein sichtbarer Nachweis für eine tadellose Zugehörigkeit zur Einheit. Es wurde 1978 auf Initiative des Brigadekommandeurs Thomas McMicking gestiftet.

Tatsächlich handelte es sich ursprünglich bei der Überreichung des Abzeichens um eine Verleihung, da für dessen Aushändigung kein Automatismus vorgesehen war und darüberhinaus ein Regelwerk bestand.

Das Merit Badge wurde jährlich als "Annual Award" während eines offiziellen Anlasses an Angehörige der Einheit verliehen, wenn diese eine tadellose Zugehörigkeit vorweisen konnten.

Zudem mussten testähnliche Bedingungen in 14 Stufen abgelegt werden, die einer Prüfung gleichkamen. Das Merit Badge war außerdem mit einer moantlichen Leistungsprämie für ein Jahr gekoppelt.

Getragen wurde das Abzeichen in Rauteform ausschließlich auf dem linken Unterarm der Uniformröcke. Sonderformen, wie etwa Bandschnallen, wurden nicht vergeben.

 

           

Long Service Badge (3 Years)

Das Long Service Badge (3 Years) war eine Dienstauszeichnung der German Service Unit (Berlin) und zugleich ein sichtbarer Nachweis für eine tadellose 3-jährige Zugehörigkeit zur Einheit. Es wurde 1978 auf Initiative des Brigadekommandeurs Thomas McMicking gestiftet und war zugleich die erste Stufe der Long-Service-Badges der GSU (Berlin).

Tatsächlich handelte es sich ursprünglich bei der Überreichung des Abzeichens um eine Verleihung, da für dessen Aushändigung kein Automatismus vorgesehen war und darüberhinaus ein Regelwerk bestand.

Das LSB (3 Years) wurde jährlich während eines offiziellen Anlasses an Angehörige der Einheit verliehen, wenn diese eine tadellose und mindestens 3-jährige Zugehörigkeit vorweisen konnten.

Zudem mussten ursprünglich testähnliche Bedingungen abgelegt werden, die einer Prüfung gleichkamen. Das LSB (3 Years) war jedoch mit keiner Leistungsprämie gekoppelt.

Getragen wurde das weiß-grüne Abzeichen, das an die Einheitsfarben angelehnt war und von den GSU-Angehörigen auch humorvoll als "Ampel" bezeichnet wurde, oberhalb der linken Brusttasche an den Uniformröcken.

 

             

Long Service Badge (7 Years)

Das Long Service Badge (7 Years) war eine Dienstauszeichnung der German Service Unit (Berlin) und zugleich ein sichtbarer Nachweis für eine tadellose 7-jährige Zugehörigkeit zur Einheit. Es wurde 1978 auf Initiative des Brigadekommandeurs Thomas McMicking gestiftet.

Tatsächlich handelte es sich ursprünglich bei der Überreichung des Abzeichens um eine Verleihung, da für dessen Aushändigung kein Automatismus vorgesehen war und darüberhinaus ein Regelwerk bestand.

Das LSB (7 Years) wurde jährlich während eines offiziellen Anlasses an Angehörige der Einheit verliehen, wenn diese eine tadellose und mindestens 7-jährige Zugehörigkeit vorweisen konnten.

Zudem mussten ursprünglich testähnliche Bedingungen abgelegt werden, die einer Prüfung gleichkamen. Das LSB (7 Years) war jedoch mit keiner Leistungsprämie gekoppelt.

Getragen wurde das Abzeichen, dass von den GSU-Angehörigen auch humorvoll als "Geduldsfliege" bezeichnet wurde, oberhalb der linken Brusttasche an den Uniformröcken.

Für die Long Service Badges galt die Regelung, dass ausschließlich die jeweils höchste Form getragen wurde.

 

             

Long Service Badge (12 Years)

Das Long Service Badge (12 Years) war eine Dienstauszeichnung der German Service Unit (Berlin) und zugleich ein sichtbarer Nachweis für eine tadellose 12-jährige Zugehörigkeit zur Einheit. Es wurde 1978 auf Initiative des Brigadekommandeurs Thomas McMicking gestiftet.

Tatsächlich handelte es sich ursprünglich bei der Überreichung des Abzeichens um eine Verleihung, da für dessen Aushändigung kein Automatismus vorgesehen war und darüberhinaus ein Regelwerk bestand.

Verleihung des Long Service Badges, Anfang der 1980er Jahre

Das LSB (12 Years) wurde jährlich während eines offiziellen Anlasses an Angehörige der Einheit verliehen, wenn diese eine tadellose und mindestens 12-jährige Zugehörigkeit vorweisen konnten.

Zudem mussten ursprünglich testähnliche Bedingungen abgelegt werden, die einer Prüfung gleichkamen. Das LSB (12 Years) war jedoch mit keiner Leistungsprämie gekoppelt.

Getragen wurde das Abzeichen, dass von den GSU-Angehörigen auch humorvoll als "Geduldsfliege" bezeichnet wurde, oberhalb der linken Brusttasche an den Uniformröcken.

Für die Long Service Badges galt die Regelung, dass ausschließlich die jeweils höchste Form getragen wurde.

             

Long Service Badge (20 Years)

Das Long Service Badge (20 Years) war eine Dienstauszeichnung der German Service Unit (Berlin) und zugleich ein sichtbarer Nachweis für eine tadellose 20-jährige Zugehörigkeit zur Einheit. Es wurde 1978 auf Initiative des Brigadekommandeurs Thomas McMicking gestiftet und war zugleich die höchste Auszeichnungsstufe der Long-Service-Badges.

Tatsächlich handelte es sich ursprünglich bei der Überreichung des Abzeichens um eine Verleihung, da für dessen Aushändigung kein Automatismus vorgesehen war und darüberhinaus ein Regelwerk bestand.

Das LSB (20 Years) wurde jährlich während eines offiziellen Anlasses an Angehörige der Einheit verliehen, wenn diese eine tadellose und mindestens 20-jährige Zugehörigkeit vorweisen konnten.

Zudem mussten ursprünglich testähnliche Bedingungen abgelegt werden, die einer Prüfung gleichkamen. Das LSB (20 Years) war jedoch mit keiner Leistungsprämie gekoppelt.

Getragen wurde das Abzeichen, dass von den GSU-Angehörigen auch humorvoll als "Geduldsfliege" bezeichnet wurde, oberhalb der linken Brusttasche an den Uniformröcken.

Für die Long Service Badges galt die Regelung, dass ausschließlich die jeweils höchste Form getragen wurde.

 

 

 

1982 wurde die German Service Unit (Berlin) an das 2. Regiment der britischen Militärpolizei RMP angebunden und erhielt somit auch eine neue Bezeichnung.

Für die Darstellung der Applikationen der anderen Zeiträume, verwenden Sie bitte die nachfolgenden Verlinkungen:

 

Abzeichen 1950 bis 1968

 

Abzeichen 1982 bis 1994

 

 

 Stand: 28.01.2018 - Inhalt und Gestaltung: ©ZeSch

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der Royal Military Police Association und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.

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