Patenschaft feierlich übernommen

 

Ein "großer Bahnhof" bot sich der GSU-Kameradschaft heute auf dem früheren Gelände der ehemaligen Smuts Barracks in Wilhelmstadt:

Genau zehn Jahre nach der feierlichen Enthüllung des Gedenksteins für das 38 (Berlin) Field Squadron der Royal Engineers hat der heutige Verein die Patenschaft über das letzte Monument einer kleinen Berliner Heldentruppe übernommen.

 

Patenschaft perfekt: Zeitzeugen und Gäste vor Haus 18 der ehemaligen Smuts Barracks

 

Der Festakt, dem etwa 30 Personen beiwohnten, fand in einem feierlichen Rahmen nahezu an der selben Stelle statt, an der am 28. September 2006 der damalige Spandauer Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz den Gedenkstein der Öffentlichkeit widmete.

In seiner Eröffnungsrede umriss der Vereinsvorsitzende Gerhard E. Zellmer die spannende Geschichte der einstigen "38er" und vor allem deren Verdienste um Spandau. Er freute sich zudem, dass mit der früheren Mitarbeiterin der Britischen Verbindungsstelle Berlin, Margaret Podstawski, eine wichtige Zeitzeugin in die heutigen Wilhelmstadt-Schulen gekommen sei, die 2006 das Projekt federführend begleitete und dem legendären Bürgermeister in dieser Sache zuarbeitete.

 

Begüßte die Gäste: Der GSU-Vereinsvorsitzende Gerhard E. Zellmer

Freund der GSU-Kameradschaft: TÜDESB-Vorstandsvorsitzender Irfan Kumru

 

Der Vorstandsvorsitzende des TÜDESB-Bildungsinstituts Berlin-Brandenburg, Irfan Kumru, lobte in seinem Grußwort die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem GSU-Verein und den Wilhelmstadt-Schulen und freute sich gleichzeitig auf die künftigen Projekte.

Seitens der Britischen Botschaft sprach im Anschluss Verteidigungsattaché Robert Rider CBE zu den Gästen, der die Anwesenden mit persönlichen Grüßen des Botschafters überraschte. Der Brigadegeneral hob ebenfalls die Leistungen des Vereins hervor und freute sich vor allem als "Engineer", dass sich die GSU-Kameradschaft des Gedenksteins angenommen hat. "Eine Geste, die beispielhaft hervorsticht. Sie erhalten wertvolle Geschichte", so der General.

Auch Kulturstadtrat Gerhard Hanke freute sich über die Vereinsinitiative, denn "es ist noch immer elementar wichtig, diesen Teil der Spandauer Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen", so Hanke.

 

"Sie erhalten wertvolle Geschichte", sagt Verteidigungsattaché Rob Rider CBE

 

Spandaus Kulturstadtrat Gerhard Hanke unterstützt die Arbeit des GSU-Vereins

 

Ab heute unter Patenschaft der GSU- Der "38er"-Gedenkstein in Wilhelmstadt

 

Nach den Grußworten legten Vereins-Chef Zellmer und Verteidigungsattaché Rider ein Gesteck am Gedenkstein nieder, der für kurze Zeit symbolisch liegen blieb und zum Blickfang des Schulgeländes wurde.

Zu den weiteren Gästen gehörten der Ehren-Vizepräsident der Royal British Legion Berlin, Michael Tidnam MBE, der ehemalige Vorsitzende der Kameradschaft des 6941st Guard Battalion, Joseph P. Weaver, Dr. Jan Berwid-Buquoy (Tschechische Botschaft), ehemalige PSA-Mitarbeiter und natürlcih Vereinsangehörige der GSU und des Guard Battalion.

Ein wichtiger Zeitzeuge musste sich wegen eines Krankenhausaufenthalts entschuldigen: William Sheckleston OBE, der bereits fest zugesagt hatte und zu den ersten im Sommer 1945 auf Smuts Barracks stationierten Pionieren gehörte, ist derzeit gesundheitlich angeschlagen. Brigadegeneral Rider und Vereins-Chef Zellmer benannten den heutigen RBL-Vizepräsidenten als einen der letzten großen Zeitzeugen jener Zeit, als die Briten die Kaserne von den Sowjets übernahmen.

Ebenfalls im Krankenhaus befindet sich GSU-Ehrenmitglied Heinz Radtke, der somit an dem Event auch nicht teilnehmen konnte.

Im Anschluss luden Verein und Wilhelmstadt-Schulen im Gebäude 22 zu einem Empfang, ehe der Festakt gegen 17:00 Uhr offiziell endete. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich General Rider bereits verabschieden müssen, da ein wichtiger Folgetermin bei der Bundesverteidigungsministerin drängte.

 

Symbolische Ehrung eines ehemaligen Engineers: Vereinschef Zellmer und Mike Tidnam (re.)

 

Am Abend wurde, nach Absprache mit der Britischen Botschaft, ein letzter Akt vollzogen und das symbolisch am Gedenkstein abgelegte Gesteck seiner letzten Bestimmung zugeführt: Gemeinsam mit RBL-Ehrenvizepräsident Michael Tidnam, legte der Vereinsvorsitzende das Gesteck am Grab eines ehemaligen "38er" auf dem Britischen Militärfriedhof an der Heerstraße nieder.

"Eine richtig feine Sache", lobte Rob Rider, der zugleich Präsident der Royal British Legion ist.

Nach der Übernahme der Patenschaft für das Denkmal der Brieftaube, der Enthüllungen der Ehrentafel der GSU und der Plaque of Honour, handelt es sich bei der heutigen Initiative um ein weiteres bedeutendes Projekt des Vereins, das nicht nur dem Geschichtserhalt dient, sondern auch für soziale Kompetenz in und für Spandau steht. Erste Presserekationen gabe es bereits vor wenigen Tagen.

Bereits jetzt wurde bekanntgegeben, dass die Royal Engineers Association im kommenden Jahr zu einem gemeinsamen Event mit der GSU-Kameradschaft nach Berlin reisen wird. Wegen der Kurzfristigkeit, ist der Besuch zum heutigen Tag nicht durchführbar gewesen.

Einen umfangreichen Bericht gibt es in der nächsten Ausgabe des GUARD REPORT. (red1)

 

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der Royal Military Police Association und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.